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Ab durch die Mitte: IBM leitet den Generationswechsel auf Power7 ein

Von: Berthold Wesseler

Bergisch Gladbach, 8. Februar 2010 – In der Vergangenheit hat IBM den Generationswechsel ihrer Midrange-Server entweder mit den Einstiegs- oder aber mit den Topmodellen begonnen. Das ist mit den heute angekündigten vier mittelstarken Power7-Servern anders.

Modell Power 750 Express

Das Modell Power 750 Express belegt vier Höheneinheiten in einem 19-Zoll-Rack.

Die vier neuen Power Systems mit der Prozessorgeneration Power7 liegen als Nachfolger der Power 550- und 570-Maschinen in der Mitte des Leistungsspektrums. Sie sollen wohl im Brot- und Buttergeschäft der Unix-Konkurrenz von HP und Sun/Oracle Kopfzerbrechen bereiten. Die vier neuen Modelle heißen Power 780, 770, 755 und Power 750 Express; Preise waren bisher nicht zu erfahren.


Bis auf die für Supercomputing ausgelegte 755 arbeiten alle neuen Server mit drei Betriebssystemen: Suse- oder Red Hat-Linux, der Unix-Variante AIX von IBM (in den Releases 5.3 und 6.1) sowie natürlich mit IBM mit dem aktuellen Release 6.1.1, das ebenfalls mit der neuen Prozessortechnologie Power7 funktioniert. Das nächste Betriebssystem-Release 7.1, das die neuen Prozessorfunktionen auch wirklich ausnutzt, wird nach Informationen aus Übersee im April angekündigt. Dessen Nachfolger 7.2 ist auch schon terminiert – für 2012. Bis dahin sind in halbjährlichen Abständen vier Updates zu erwarten – von 7.1.0 bis 7.1.3.

Acht Prozessorkerne auf dem Power7-Chip – sowie neben L2- nun auch L3-Cache (128 MB) und der Hauptspeicher-Controller   Alle Power6- und Power6+-basierten 550- und 570-Modelle können auf Power7-Server migriert werden, die laut IBM die doppelte bis dreifache Leistung bringen – pro Watt gemessen sogar die vierfache Leistung. Möglich wird das bei deutlich gesenkter Taktfrequenz, weil auf dem Power7-Chip nicht nur bis zu acht Prozessorkerne untergebracht sind, sondern neben dem L2- nun auch der L3-Cache (insgesamt 128 MB) und die Hauptspeicher-Controller.

Möglich wurde das durch die Verwendung von embedded DRAMs der IBM, die nur ein Drittel des Platzes und ein Fünftel des Standby-Stroms klassischer SRAMs benötigen. Getaktet sind die Prozessorkerne, die in 45-nm-Technologie gefertigt werden, je nach Modell mit unterschiedlichen Frequenzen zwischen 3,0 und 4,14 GHz. Deshalb soll auch der langsamste Power7-Kern („Core“) noch schneller sein als sein Power6-Pendant mit 5,0 GHz. Jeder Chip kann laut IBM jeweils 32 Aufgaben parallel ausführen – mit seinen acht Kernen, von denen jeder vier Threads („Virtuelle Kerne“) darstellen kann.

Weil allerdings die Steigerung der Prozessor-Speed nicht bemerkenswert ist, hat IBM sich für das Modell 780 das Turbocore-Konzept ausgedacht. Hierbei sind nur vier der acht Prozessorkerne aktiv, nutzen aber den gesamten L3-Cache. Daher stehen auf dem Chip je Kern 32 MB statt 16 MB L3-Cache zur Verfügung, was die Leistung des Prozessorkern um den Faktor 1,5 pusht. Ein derart getuntes 780-Modell kann übrigens wieder in den klassische Acht-Kern-Modus umkonfiguriert werden. Ebenso neu ist mit Power7 auch die sogenannte „Active Memory Expansion“, wobei sich durch Datenkomprimierung die verfügbare Hauptspeicherkapazität im Betrieb erweitern lässt.

Das Modell Power 750 Express belegt vier Höheneinheiten in einem 19-Zoll-Rack. Es verfügt über vier Steckplätze für Power7-Chips mit je sechs oder acht aktivierten Prozessoren, die mit 3,0 bis 3,55 GHz getaktet sein können. Der Hauptspeicher kann von 8 auf bis zu 512 GB ausgebaut werden. Für den Peripherie-Anschluss gibt es drei PCI-Express- und zwei PCI-X-Slots; bis zu 160 logische Partitionen sind möglich. Das Gerät kann zudem bis zu acht Magnet- oder Halbleiter-Platten beherbergen. IBM verspricht die vierfache Leistung des Vorgängers Power 550 Express.

Im klassischen Standgehäuse: Das Modell Power 780 als schnellere Variante der 770Speziell als Cluster-Knoten für Supercomputer ist das Modell 755 gedacht, das daher auch als einziger Neuling IBM i nicht unterstützt. Aus bis zu vier Rack-Einschüben („Knoten“) besteht ein Power 770-Server, wobei ein Knoten aus 12 oder 16 Cores mit 3,1 oder 3,5 GHz besteht. Der Hauptspeicher kann auf 2 Terabyte, der Plattenspeicher auf bis zu 24 Laufwerke ausgebaut werden. Im klassischen Standgehäuse, in das bis zu 64 Prozessoren (3,86 oder 4,14 GHz) gepackt werden können, kommt das Modell Power 780 als schnellere Variante der 770 auf den Markt.

Das Betriebssystem IBM i unterstützt wie erwähnt die drei Modelle Power 750, 770 und 780. Neu wird eine kostengünstigere Express-Edition sein – ohne Datenbank speziell für Anwendungs- und Infrastrukturserver. Daneben IBM wie gehabt die Unterscheidung zwischen Standard- und Enterprise-Edition, letztere mit der 5250-Unterstützung, die für alle klassischen, nicht modernisierten AS/400-Anwendungen erforderlich ist.

Die Modelle Power 750 und 755 sind übrigens ab dem 19. Februar erhältlich; Power 770 und 780 folgen nach der Cebit am 16. März.

www.ibm.de

 

Weitere Meldung:

IBM unmittelbar vor der Power7-Ankündigung

 


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