18.01.2012
Collaboration
Von: Beate Werlin

Lotusphere 2012: Neue Produkte für die Collaboration-Strategie

IBM-Push für den „Social Business IQ“

„Business Made Social“ – unter diesem Motto läuft noch bis morgen die Konferenz Lotusphere 2012 in Orlando (Florida/USA).


Alistair Rennie, General Manager der IBM, beim Kickoff des jährlichen Treffens der Lotus-Gemeinde

Die Transformation von Unternehmen in ein „Social Business“ ist auf der diesjährigen Lotusphere das zentrale Thema; die parallel laufende Messe Connect 2012 rückt diese Transformation an zwei Tagen sogar voll und ganz in den Fokus.

Dank neuer Software und Services will IBM ab sofort „Social Business“-Initiativen von Unternehmen mit Analyse-Technologien anreichern, um die Datenmassen auswerten und nutzbar zu machen, die heute permanent durch Nutzer, Geräte und Sensoren rund um ein Unternehmen und seine Produkte entstehen. Mit den Erkenntnissen aus solchen „Social“-Analysen lassen sich beispielsweise ad hoc Marketing-Initiativen auf eine bestimmte Kundenstimmung hin anpassen oder die Erfolgsaussichten von Werbemaßnahmen prüfen. Zudem können Experten-Netzwerke gebildet werden, um schlagkräftig auf die Erkenntnisse aus den Social-Analysen zu reagieren.  

IBM kündigte zudem die neue Beta-Version von IBM Connections (früher Lotus Connections) an: Ausgestattet mit den neuen Analyse-Funktionen, lassen sich neben Wikis, Blogs und Activities auch Büro-Programme wie E-Mail und Kalender sowie über eine Social-Schnittstelle Anwendungen von Dritt-Parteien integrieren.

Ein News-Feed – der sogenannte „Activity-Stream“ – soll es Mitarbeitern und Externen erlauben, strukturierte und unstrukturierte Inhalte zu erkunden und schnell zu bearbeiten, wie Twitter-Feeds, Facebook-Posts, Wetterdaten, Videos, Log-Files, SAP-Anwendungen, elektronisch gezeichnete Dokumente und vieles mehr. Zur Unterstützung der Integration der Geschäftsprozesse mit den Social Business-Aktivitäten kündigt IBM zudem die neue IBM Connections Enterprise Content Edition an, die Facebook & Co. mit dem Enterprise-Content-Management und Kontrollfunktionen für stark regulierte Branchen verbindet.

IBM kündigte außerdem die Smart Cloud für das Social Business an: Sie vereint die Lotuslive-Services mit Business-Lösungen zu Themen wie Handel und intelligente Analysen oder Industrielösungen wie Smarter Cities. Die Smart Cloud gewährt dem Nutzer Sofort-Zugriff auf soziale Netzwerke, Daten-Austausch, Online-Konferenzen, E-Mail, Kalender und Instant-Messaging. Das macht die interne und externe Zusammenarbeit einfacher und effizienter. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von der Flexibilität des Cloud-Bereitstellungsmodells.  

Neu in die Smart Cloud zieht auch IBM Docs ein, die sich noch in der Beta-Version befindet, aber im Laufe des Jahres auf den Markt kommen sol. Diese Office-Suite erlaubt es Unternehmen und ihren Partnern innerhalb und außerhalb der Firewall, simultan Texte, Tabellen und Präsentationen zu bearbeiten.

Die Autoren können die Dokumente in Smart Cloud Engage speichern, diese in Echtzeit über den Browser gemeinsam editieren oder einzelne Abschnitte davon für die ungestörte Bearbeitung unterschiedlichen Nutzern zuweisen. Verschiedene Autoren können ein Dokument auf diese Weise leichter und in echter Teamarbeit erstellen, ohne das übliche Versionschaos.

Der größte IT-Dienstleister für Banken in Deutschland, die GAD, evaluiert den Cloud-Service derzeit im Rahmen des Banken 21-Projekts, an dem rund 450 Banken beteiligt sind. Ebenfalls auf der Lotusphere vorgestellt wird derzeit das GAD-Zukunftsprogramm „Wave“, das auf der nächsten Generation der Gesamtbanklösung der GAD, Bank21 im Web, basiert, die seit Herbst 2011 an die Banken ausgeliefert wird. Durch neue Collaboration-Tools ergeben sich ganz neue Service-Modelle und Möglichkeiten für die Interaktion, zum Beispiel ein Service-Portal für Banken, wo Nutzer nicht nur Produkte bestellen, sondern auch Bewertungen abgeben können – ähnlich wie bei Amazon.

Darüber hinaus kündigt IBM auf der Lotusphere die Beta-Version der „Social Edition“ von Lotus Notes und Domino an. Sie soll es dem Nutzer ermöglichen, sämtliche Workflow-Prozesse innerhalb seiner E-Mail-Inbox zu bearbeiten. Um eine E-Mail über den Browser oder den Desktop aufzurufen oder ein Video oder eine Datei weiterzuleiten, muss der Nutzer damit auf keine Dritt-Anbieter-Seite mehr wechseln.

In einer Beta-Version von Lotus Notes Traveler für Microsoft Windows Phone will IBM noch bis zum Sommer E-Mail-, Kalender- und Kontakt-Funktionen auf Nokia und HTC-Geräten einführen. Außerdem ist eine Cloud-Lösung für Blackberry-Nutzer geplant.

Ein wichtiges Element der Konferenz ist auch in diesem Jahr wieder die Ausstellung der IBM-Partner. Zu den deutschen Ausstellern gehören in diesem Jahr:

-Timetoact präsentiert, wie sie mithilfe des Connection Administration Toolkit (CAT) eine schnellere und automatisierte Verwaltung von IBM Connections ermöglichen.

-Der Hamburger Softwarehersteller You At Notes, der sich das effektive Managen von Unternehmensprozessen mithilfe Workflows auf die Fahnen geschrieben hat.

-Easy Software führt vor, wie sich mit Easy Notes Enterprise-Content-Management- und Archivserver an eine Lotus Notes/Domino-Umgebung anbinden lassen.

-BCC zeigt in Live-Demonstrationen unter anderem wie Administration der Notes Clients einfacher und effektiver gestaltet werden kann.

-Der Auftritt von Pentos dreht sich rund um die Lösungen aus den Bereichen Datenintegration, CRM und Projektmanagement.

-We4IT präsentiert unter anderem die Anwendung Doc Linkr, mit der man ohne Programmierarbeiten beliebige Notes-Anwendungsdaten auf mobile Engeräte bringen kann.

-Bei Credos steht die Credos Software Analysis & Measurement Method im Fokus, die eine schnelle Analyse vollständiger Notes/Domino-Anwendungslandschaften möglich macht.

-Und schließlich RIM, die mit den Themen Blackberry Mobile Fusion, Applikationsentwicklung für Blackberry, dem Blackberry Play Book und dem Blackberry OS 7 Smartphones auf der Lotusphere vertreten sind.

http://ibm.com/blogs/socialbusiness

IBM Lotusphere

IBM Connect

Die englische Originalmeldung zur IBM Lotusphere

 

Bildquelle: IBM


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