SAP mit Sybase-Technologie
ERP-Funktionen für iPad & Co.
„Mobile Geräte sind der neue Desktop“, verkündete Bill McDermott, einer der beiden CEOs von SAP, Mitte Mai auf der weltweiten Anwenderkonferenz Sapphire in Orlando.

Das Plenum bei der Keynote anlässlich der Sapphire, die vom 15. bis 18. Mai in Orlando stattfand.
Denn wie fast alle IT-Anbieter greifen auch die Walldorfer den Trend zum mobilen Arbeiten auf. Dies war 2010 einer der Gründe für den Kauf des IT-Anbieters Sybase, der neben Datenbanktechnik eine Plattform für mobile Anwendungen zu bieten hat.
Mit Hilfe der Sybase Unwired Platform, die auf der Sapphire in Version 2.0 vorgestellt wurde, sowie des zugehörigen Software Development Kit (SDK) sollen sich Daten und Funktionen der im RZ installierten IT-Systeme für mobile Endgeräte verfügbar machen lassen, verspricht Jim Hagemann Snabe, ebenfalls Co-CEO von SAP, seinen Kunden.
Zudem hätten sie die Möglichkeit, sowohl webbasierte als auch native Applikationen zu entwickeln, die dann auf Smartphones oder Tablet-PCs genutzt werden, seien es Apple-, Blackberry, Android- oder Windows-Geräte. „Bei unserem System wird eine Applikation nur ein Mal entwickelt und lässt sich dann auf alle Plattformen und Devices ausrollen“, erklärt Raj Nathan, Marketingchef von Sybase.
Diese Funktion unter dem Namen Cross-Platform-Support solle gängige Sicherheitsstandards bereitstellen. Dazu zählte er Single-Sign-on für die Backend-Systeme, verschlüsselte HTML5-Webspeicher sowie Verschlüsselung beim Datentransport. Mit einer anderen Sybase-Software names Afaria lassen sich die Geräte sowie Apps und Daten darauf zentral managen. Ergänzend will SAP im eigenen App-Store kleine Standardprogramme (auch von Partnern) anbieten.
Im Mai waren 50 Apps verfügbar; bis Ende des Jahres sollen es laut Nathan circa 200 werden. Dazu zählt die App SAP Field Service für Außendiensttechniker; die können damit z.B. auf Details zu Serviceaufträgen sowie -rückmeldungen zugreifen. Die App SAP Retail Execution ist für Vertriebsmitarbeiter gedacht, die dann damit ihre Kundenbesuche verwalten. Mit SAP EAM Work Order erhalten Wartungsexperten Zugang auf Daten zu geplanten Aufgaben und Zeiten oder benötigten Materialien. Kurzfristig sollen weitere Apps für Personalverwaltung, Lieferantenmanagement sowie Finanzwesen hinzukommen.
„Das ist erst der Anfang“, verspricht Nathan. Und Snabe stellt Tausende von SAP-Apps in Aussicht. Er weist jedoch daraufhin, dass die Zahl der Apps nicht genauso schnell wachsen könne, wie dies für mobile Geräte sonst üblich ist. „Jede App muss sorgfältig geprüft werden“, so Snabe, „wir haben es schließlich mit Geschäftsanwendungen zu tun.“
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