Dr. Thomas Schünemann, HS - Hamburger Software, zieht ein gemischtes Fazit
Elena: Richtige Richtung, falsches Pferd
Mit der Entscheidung des Deutschen Bundesrats ist der elektronische Entgeltnachweis (Elena) Anfang November endgültig zu Grabe getragen worden.

Dr. Thomas Schünemann, Geschäftsführer des ERP-Herstellers HS - Hamburger Software
„Elena hätte grundsätzlich einen Beitrag zum Bürokratieabbau leisten können“, sagt Dr. Thomas Schünemann, Geschäftsführer des ERP-Herstellers HS - Hamburger Software. „Die Beispiele Elster und DEÜV zeigen schließlich, dass die Vernetzung der Unternehmen mit der Verwaltung prinzipiell der richtige Weg ist, weil sie beiden Seiten Erleichterungen und Kostenersparnis bringt.”
Am Ende habe es aber keine sinnvolle Alternative zur Einstellung des Elena-Verfahrens gegeben. „Handwerkliche Fehler des Gesetzgebers und der für die Umsetzung verantwortlichen Stellen haben den richtig gedachten Ansatz in die Sackgasse geführt“, so Schünemann weiter. „Hinzu kam eine nicht sachgerechte Diskussion, bei der viele Politiker keine gute Figur abgegeben haben.“
Als Hersteller von Personalsoftware hat der Unternehmer seine Kunden in den vergangenen Jahren mit einer eigenen Lösung für die vorgeschriebenen Elena-Meldungen versorgt. Er weiß daher um den Zusatzaufwand, den das Verfahren insbesondere in der Anfangsphase, auch aufgrund handwerklicher Fehler auf Seiten der Annahmestellen, bei kleinen und mittleren Firmen verursacht hat.
„Nach den Startschwierigkeiten sind die monatlichen Meldungen zwischenzeitlich aber zur geübten Normalität geworden”, so Schünemann. Insofern sei es ärgerlich, dass Unternehmen nun nicht mehr von den mit Elena in Aussicht gestellten Erleichterungen bei ihrer Verwaltungsarbeit profitieren werden. Angesichts der fehlenden Verbreitung der benötigten elektronischen Signatur und der datenschutzrechtlichen Bedenken, die schon bei Projektbeginn bekannt waren, sei ein ungestörter Regelbetrieb von Elena aber auch künftig kaum zu erwarten gewesen, meint Schünemann. „Der Staat hat hier auf ein Pferd gesetzt, das am Ende nicht einmal richtig an den Start geht.“
Das Elena-Aus darf nach Schünemanns Ansicht keinesfalls als Begründung für einen dauerhaften Rückfall in eine überholte Papierwirtschaft herhalten: „Wir brauchen einfache und sichere Meldeverfahren, die tatsächlich zum Bürokratieabbau beitragen. Ich hoffe, dass Gesetzgeber, Sozialversicherung und Finanzverwaltung aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und im Zuge der Ausgestaltung unbürokratischer und moderner Verfahren frühzeitig Fachleute mit Wissen um die Bedürfnisse des Mittelstands ins Boot holen.”
Bildquelle: HS - Hamburger Software
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